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Alpa Gun

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  • ALPA GUN, die Stimme der Strasse....

    „Caney . Wenn du an der Ecke stehst, dann mach die Augen auf. Manchmal observieren wir die Bullen selbst. Wir kennen die mittlerweile gut. Die sind ja überall. Im Cafe. Auf der Straße. Überall. Überall, wo wir sind, sind die auch. Aber wir haben die im Griff.
    Deshalb machen wir auch unser eigenes Cafe. Deshalb machen wir unsere eigenen Sachen. Ich will mit der Scheiße nichts mehr zu tun haben. Ich mach mein Ding. Ich mach Musik. Aber Caney, ich schwör Dir, da raus zu kommen ist nicht einfach. Ich schaff das aber. Ich versuch’s. Caney. Ich versuch’s.“

    Gehen wir mal davon aus, dass wir in einem Golfclub sind. Es ist ein elitärer Golfclub mit einer Menge Mitglieder, die interessante Berufsbezeichnungen haben wie: Internist. Börsenmakler. Bankvorstand. Radiologe. Zahnarzt.
    Ein paar findige Männer - denn es handelt sich ausschließlich um Männer in diesem Club - ein paar findige Männer also, haben herausgefunden, wie man auf elegante und fast legale Weise Steuern hinterziehen kann. Weil alle diese Männer miteinander befreundet sind, beginnt die Geschichte ihre Runde zu drehen und jeder, wirklich jeder in diesem Club macht mit. Warum auch nicht? Schließlich macht es doch jeder. Nur einer will davon nichts wissen. Er sieht es nicht ein, warum er den Staat betrügen soll. Er will Steuern zahlen. Aus Loyalität? Aus Dankbarkeit? Aus Solidarität? Aus Dummheit? Die anderen lachen darüber. Er bleibt hart. Die anderen setzen ihn unter Druck, denn schließlich wollen sie nicht alleine sein mit ihrem schlechten Gewissen. Er bleibt hart. Die anderen haben nun Angst, dass er sie verpfeifen könnte, denn schließlich wird ihm nachgesagt, dass er gute Kontakte zur Staatsanwaltschaft haben könnte, oder zu den Finanzämtern oder zur Polizei. Sie reden nicht mehr mit ihm. Keiner spielt mehr Golf mit ihm. Er wird gemobbt.
    Sein Spind ist aufgebrochen und jemand hat Buttersäure in seine Golftasche geschüttet und seine gesamte Ausrüstung ist ruiniert. Er verlässt den Club und sucht sich einen anderen. Vielleicht wird er irgendeinen finden, in dem es anders zugeht. Vielleicht auch nicht. Aber schließlich geht es nur um Golf.

    Die Straße ist kein Golfclub und wenn man in einem Viertel aufwächst, in dem es keinen einzigen Deutschen gibt, ein Viertel, in dem 80 verschiedene Nationen auf einem Haufen zusammen wohnen, ein Viertel, wo sie dir mit elf deine Kette abziehen wollen und du darum kämpfen musst, dann kannst du nicht einfach gehen und dir einen neuen Club suchen. Dann bist du drin und kommst erst mal nicht mehr so einfach raus. So einfach ist das.

    Die Steinmetzstraße in Berlin Schöneberg gilt nach Berliner Polizeiangaben als einer der gefährlichsten Orte Berlins. Als im Jahr 2006 ein Fernsehteam im Viertel Aufnahmen machen wollte, wurden die Reporter mit Steinen beworfen und ihnen wurde erklärt, dass es sich um eine „deutschenfreie“ Gegend handelt.
    Genau hier wuchs Alpa Gun auf. In den Hinterhöfen, in den Hauseingängen. Es ist nicht unbedingt so, dass Alpa nicht mit Deutschen Kindern hätte spielen wollen, als er selbst ein Kind war. Aber wer oft genug gesagt bekommt, dass er sich doch bitteschön verpissen soll, der hat dann selbst keine Lust mehr, mitzuspielen. Is so. Kann man jeden fragen.

    Als Alpas Eltern aus dem Südosten der Türkei nach Berlin kommen, fühlen sie sich erst einmal wie im gelobten Land. Zumindest ist es ein Land, in dem man arbeiten kann. Viel arbeiten. Man braucht auch nicht unbedingt deutsch zu lernen, das wird gar nicht wirklich verlangt. Schließlich sind alle, die in der Fabrik arbeiten, ebenfalls Türken und was man an Deutsch können muss ist schnell gelernt: „Feierabend“, „Schichtwechsel“, „Arbeit“ „Überstunden“, „schneller“, „Scheiße“. Das reicht. Man kommt zurecht. Man arbeitet zehn Stunden am Tag. Sechs Tage die Woche. Danach ist Familie. Kinder. Frau. Ruhe. Keine Zeit zum Deutsch Lernen. Zu müde. Zu kaputt. Zu fertig. Und warum auch?
    Irgendwann mal geht es sowieso wieder zurück in die Heimat. Das denken die Türken und das denken vor allem auch die Deutschen und das sagen sie auch immer wieder. Vor allem sagen sie es auch den Kindern, die mittlerweile in diesem Land geboren wurden. Irgendwann geht es zurück in Eure Heimat. Ausländer raus. Das Boot ist voll. Wozu also Deutsch lernen?